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Signet der Landeshauptstadt Kiel

Der Vertrag zwischen Dänemark und Schweden
in neuer deutscher Übersetzung

Der Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 zwang Dänemark auf die Seite der antinapoleonischen Allianz, der die Vertragspartner Schweden und England angehörten. Außerdem bestimmte und regelte er die dänische Übergabe des mit ihm bis dahin in Personalunion verbundenen Königreichs Norwegen an Schweden. Die Ausstellung und das Buch konzentrieren sich auf den dänisch-schwedischen Vertragsteil.

Anlässlich des 200jährigen Jubiläums des Kieler Friedens hat Johannes Rosenplänter den französischen Originaltext nach dem Druck der Druckerei Jean Frederic Schutz, Kopenhagen 1814, neu ins Deutsche übersetzt und mit Zwischentiteln versehen.

 

Kieler Frieden

Friedensvertrag zwischen Schweden und Dänemark

Friedensvertrag zwischen Seiner Majestät dem König von Schweden und dem Königreich Schweden einerseits und Seiner Majestät dem König von Dänemark und dem Königreich Dänemark andererseits, verhandelt und geschlossen in Kiel den 14. Januar, ratifiziert in Stockholm den 31. des gleichen Monats, und in Kopenhagen den 7. Februar 1814.

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit!

Präambel

Seine Majestät der König von Schweden und Seine Majestät der König von Dänemark wünschen gleichermaßen, dass auf die Leiden des Krieges, der bedauerlicherweise zwischen Ihnen ausgebrochen war, die Wohltaten des Friedens folgen und dass die Einigkeit und die kluge Verständigkeit unter Ihren beiden Staaten wiederhergestellt wird, auf einem Fundament, das die Dauerhaftigkeit des Friedens für immer sichert. Sie haben zu diesem Zweck folgende Bevollmächtigte bestellt und autorisiert: Von Seiten Seiner Majestät des Königs von Schweden, den Herrn Baron Gustav von Wetterstedt, Hofkanzler, Kommandeur des Polarsternordens, Ritter des preußischen Roten Adlerordens erster Klasse, und von Seiten Seiner Majestät des Königs von Dänemark, den Herrn Edmund von Bourke, seinen Kammerherrn, Träger des Großkreuzes des Danebrog-Ordens und Ritter des Ordens des Weißen Adlers.
Diese haben sich, nach Austausch ihrer jeweiligen Vollmachten, die als korrekt und angemessen akzeptiert wurden, vertraglich auf nachfolgende Artikel geeinigt.

Artikel I

Friedensschluss

Künftig wird Frieden, Freundschaft und gutes Einvernehmen zwischen Seiner Majestät dem König von Schweden und Seiner Majestät dem König von Dänemark herrschen. Die hohen Vertragsparteien werden mit höchster Aufmerksamkeit eine vollendete Eintracht zwischen Ihnen, Ihren Staaten und Untertanen bewahren und sorgfältig alles vermeiden, was die so glücklich wiederhergestellte Einigkeit beeinträchtigen könnte.

Artikel II

Künftiger Friedensschluss zwischen Dänemark, Preußen und Russland

Da Seine Majestät der König von Schweden den unabänderlichen Entschluss erklärt hat, Seine Interessen nicht von denen Seiner Alliierten zu trennen, und da Seine dänische Majestät wünscht, der Wohltat des Friedens zugunsten Seiner Untertanen größtmögliche Geltung zu verschaffen, und da Seine dänische Majestät zugleich auf Bitten seiner königlichen Hoheit des Kronprinzen von Schweden von den Höfen in Russland und Preußen offizielle Versicherungen erhalten hat, dass diese die Absicht verfolgen, mit dem Hof von Kopenhagen die alten Verbindungen in Frieden und Freundschaft wieder herzustellen, so wie sie vor dem Krieg bestanden, verspricht der König von Dänemark und verpflichtet sich höchst formell und verbindlich, nichts zu unterlassen, was seinerseits zum zügigen Abschluss eines Friedens führen kann zwischen ihm und Seiner Majestät dem Zar aller Reußen und Seiner Majestät dem König von Preußen. Seine Majestät der König von Schweden verspricht, sich bei seinen Verbündeten dafür einzusetzen, damit dies heilsame Werk so schnell wie möglich vollendet wird.

Artikel III

Dänemark stellt ein Korps gegen Frankreich zur Verfügung

Seine Majestät der König von Dänemark verspricht, auch um einen offenkundigen Beweis für seinen Wunsch zu erbringen, die engsten Verbindungen mit den hohen Verbündeten Seiner Majestät des Königs von Schweden zu knüpfen, in der festen Überzeugung, dass auch auf deren Seite die gleichen Maßnahmen für einen zügigen Friedensschluss getroffen werden, wie er vor dem Krieg bestand, sich formell und aktiv dem gemeinsamen Vorgehen gegen Seine Majestät den Kaiser der Franzosen anzuschließen und zu diesem Zweck ein bestimmtes Korps dänischer Truppen der vereinigten Armee in Norddeutschland unter dem Befehl Seiner königlichen Hoheit des Kronprinzen von Schweden zu unterstellen. Dies geschieht gemäß den Bestimmungen, die genauer im Friedensvertrag zwischen Seiner Majestät dem König von Dänemark und Seiner Majestät, dem König von Großbritannien und Irland ausgeführt werden, der heute unterzeichnet wird.

Artikel IV

Der König von Dänemark verzichtet auf Norwegen
zugunsten Schwedens

Seine Majestät der König von Dänemark verzichtet für sich und seine Nachfolger unwiderruflich und für alle Zeiten zugunsten Seiner Majestät des Königs von Schweden und seiner Nachfolger auf dem Thron und im Königreich von Schweden, auf alle seine Rechte und Titel am Königreich Norwegen, bestehend aus den nachstehend beschriebenen Bistümern und Vogteien ("Stifte"): Kristiansand, Bergenhus, Akershus, Trondheim, mit Nordland und den Finnmarken, bis zu den Grenzen des Kaiserreichs Russland.
Diese Bistümer, Vogteien ("Stifte") und Provinzen, die die Gesamtheit des Königreichs Norwegen umfassen, gehören von nun an mit allen Einwohnern, Städten, Häfen, Festungen, Dörfern und Inseln an allen Küsten dieses Königreichs, ebenso wie alle davon abhängigen Gebiete (ausgenommen Grönland, die Färöer-Inseln und Island), ebenso wie alle Rechte, Ansprüche und Einkünfte in vollständigem Eigentum und vollständiger Souveränität Seiner Majestät dem König von Schweden. Sie bilden ein Königreich, das dem Königreich Schweden angeschlossen ist.
Zu diesem Zweck verspricht und verpflichtet sich Seine Majestät der König von Dänemark höchst feierlich und verlässlich für sich wie für seine Erben und für das gesamte Königreich Dänemark, niemals irgendwelche Ansprüche, direkte oder indirekte, auf das Königreich Norwegen oder auf eins seiner Bistümer, Vogteien ("Stifte"), Inseln oder Territorien zu erheben, Dieser Vertrag und diese Abtretung lösen die Huldigung und den Treueeid, den die Einwohner dem König und der Krone von Dänemark geschworen haben.

Artikel V

Schweden bestätigt den Norwegern ihre Gesetze und Rechte

Seine Majestät der König von Schweden verpflichtet sich höchst feierlich und verlässlich, den Einwohnern des Königreichs Norwegen und seinen abhängigen Gebieten den Gebrauch ihrer Gesetze, Sonderrechte, Rechte, Freiheiten und Privilegien zu erhalten, wie sie derzeit bestehen.

Artikel VI

Schweden übernimmt die Staatsschulden Norwegens

Weil die Gesamtsumme der Schulden der dänischen Monarchie ebenso auf dem Königreich Norwegen lastet wie auf den anderen Staatsgebieten, verpflichtet sich Seine Majestät der König von Schweden in seiner Funktion als Souverän des Königreichs Norwegen, einen Teil dieser Schulden zu übernehmen. Dieser Teil berechnet sich aus der Bevölkerungszahl und den Einkünften Norwegens im Verhältnis zur Bevölkerung und zu den Einkünften Dänemarks.
Als öffentliche Schulden gelten ebenso Schulden, die die dänische Regierung im Ausland wie innerhalb seiner eigenen Staaten gezeichnet hat. Die Inlandsschulden bestehen aus königlichen und staatlichen Anleihen und aus der Gesamtmenge der Bankbillets und der übrigen durch die königliche Regierung ausgegebenen Schuldscheine, die derzeit in den zwei Königreichen im Umlauf sind.
Die exakte Summe am Stichtag 1. Januar 1814 wird durch Kommissare festgesetzt, die die zwei Regierungen dazu einsetzen, um eine gerechte Verteilung zu ermitteln, gemessen am jeweiligen Bevölkerungs- und Einkommensanteil von Norwegen und Dänemark. Diese Kommissare treffen sich innerhalb eines Monats nach dem Austausch der Ratifikationen dieses Vertrags in Kopenhagen und beenden ihre Arbeit schnellstmöglich, spätestens bis zum Jahresende. In jedem Fall besteht Einvernehmen, dass Seine Majestät der König von Schweden in seiner Funktion als Souverän des Königreichs Norwegen nur für die oben beschriebenen Schulden mit einstehen wird, die dem Königreich Dänemark im Ganzen zustehen und zu deren Ableistung alle Teile dieses Königreichs vor der Abtretung Norwegens beitragen mussten.

Artikel VII

Der König von Schweden verzichtet auf Schwedisch-Pommern zugunsten Dänemarks

Seine Majestät der König von Schweden verzichtet für sich und seine Nachfolger auf dem Thron und im Königreich Schweden unwiderruflich und für alle Zeiten zugunsten Seiner Majestät des Königs von Dänemark und seiner Nachfolger auf dem Thron und im Königreich Dänemark auf alle seine Rechte und Titel am Herzogtum Schwedisch-Pommern und am Fürstentum Rügen. Diese Provinzen werden von nun an mit allen Einwohnern, Städten, Häfen, Festungen, Dörfern und Inseln, ebenso wie alle davon abhängigen Gebiete, Rechte, Ansprüche und Einkünfte in vollständigem Eigentum und vollständiger Souveränität dem Königreich Dänemark gehören und ein Bestandteil von ihm sein.
Zu diesem Zweck verspricht und verpflichtet sich Seine Majestät der König von Schweden höchst feierlich und verlässlich für sich wie für seine Nachfolger und für das gesamte Königreich Schweden, niemals irgendwelche Ansprüche, direkte oder indirekte, auf die genannten Provinzen, Inseln und Gebiete zu erheben. Dieser Vertrag und diese Abtretung lösen die Huldigung und den Treueeid, den die Einwohner dem König und der Krone von Schweden geschworen haben.

Artikel VIII

Dänemark bestätigt den Einwohnern Schwedisch-Pommerns ihre Gesetze und Rechte

Seine Majestät der König von Dänemark verpflichtet sich höchst feierlich und verlässlich, den Einwohnern von Schwedisch-Pommern und der Insel Rügen mit abhängigen Gebieten, den Gebrauch ihrer Gesetze, Sonderrechte, Rechte, Freiheiten und Privilegien zu erhalten, wie sie derzeit bestehen und in den Verfassungsverhandlungen der Jahre 1810 und 1811 zugestanden worden sind.
Da schwedisches Papiergeld nie in Schwedisch-Pommern im Umlauf war, verpflichtet sich auch Seine Majestät der König von Dänemark, keine Änderung im Währungssystem des Landes durchzuführen ohne Mitwirkung und Zustimmung der Landstände.

Artikel IX

Das Stapelrecht für britische Waren im Hafen Stralsund
bleibt erhalten

Seine Majestät der König von Schweden hat sich im Artikel Sechs des Allianzvertrags zwischen dem König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland, geschlossen in Stockholm am 3. März 1813, verpflichtet, für den Zeitraum von zwanzig Jahren nach dem Austausch der ratifizierten Verträge den Untertanen Seiner Britischen Majestät das Stapelrecht im Hafen Stralsund zu gewähren, gültig für alle Waren, Produkte und Güter aus Groß-Britannien oder seinen Kolonien, auf schwedischen oder britischen Schiffen, gegen eine Stapelgebühr für alle Waren und Güter von einem Prozent des Wertes für die Einfuhr und der selben Summe für die Ausfuhr. Daher verspricht Seine Majestät der König von Dänemark in seiner neuen Funktion als Souverän von Schwedisch-Pommern die genannte Vereinbarung einzuhalten und sie im Vertrag, der zwischen Dänemark und Großbritannien geschlossen werden soll, so zu erneuern, dass dort die schwedischen Schiffe durch dänische ersetzt werden.

Artikel X

Dänemark übernimmt die Staatsschulden Schwedisch-Pommerns

Die öffentlichen Schulden, die von der königlich pommerschen Kammer gezeichnet wurden, gehen zu Lasten Seiner Majestät des Königs von Dänemark als Souverän dieses Herzogtums, der alle diesbezüglichen Vereinbarungen in vollem Umfang und bis zum Ende ihrer Fälligkeit garantiert.

Artikel XI

Dänemark erkennt die vom König von Schweden gemachten Zuwendungen in Pommern an

Seine Majestät der König von Dänemark erkennt alle Zuwendungen an, die durch Seine Majestät den König von Schweden bis zu diesem Tag an Ländereien oder Einkünften in Schwedisch-Pommern und der Insel Rügen gemacht worden sind und sich auf 43 Tausend Pommersche Reichstaler Courant belaufen. Sie verpflichtet sich, die Begünstigten im vollen und unangetasteten Besitz der ihnen übereigneten Güter, Rechte und Einkünfte zu belassen, so dass sie darüber frei verfügen können. Sie dürfen ihre Einkünfte erheben und ausführen, sie verkaufen, an andere weiterreichen können und den Ertrag ausführen, und zwar ohne Schwierigkeiten oder Behinderungen und ohne irgendeine Verkaufs-, Änderungs- und Abzugsgebühr oder ähnlichen, wie auch immer bezeichneten Gebühren.
In jedem Fall besteht zwischen den zwei hohen Vertragsparteien Einverständnis darüber, dass alle Vereinbarungen des Artikels XX, sofern er den Verkauf von Privateigentum im Zeitraum von sechs Jahren betrifft, das Privatleuten gehört, die die Staaten der einen oder der anderen Monarchie verlassen möchten, durch diesen Vertrag ebenso gelten für die Güter der Begünstigten in Pommern und auf der Insel Rügen, die dort nicht ansässig sein sollten. Ihnen werden ihre Schenkungen zugesichert wie jedes andere Privateigentum.

Artikel XII

Bewahrung von Stiftungen, Bestand der Universitäten
und Übernahme von Beamtenbezügen und –pensionen in den neu erworbenen Territorien

Seine Majestät der König von Schweden und Seine Majestät der König von Dänemark verpflichten sich gegenseitig höchst förmlich, in den durch diesen Vertrag erworbenen Ländern, nämlich dem Königreich Norwegen und dem Herzogtum Schwedisch-Pommern mit ihren abhängigen Gebieten, wohltätige oder gemeinnützige Stiftungen nur für ihren Stiftungszweck einzusetzen.
Seine Majestät der König von Schweden verspricht aufgrund dieser allgemeinen Verpflichtung, die in Norwegen gegründete Universität zu erhalten, ebenso wie Seine Majestät der König von Dänemark den Bestand der Universität Greifswald zu bewahren verspricht.
Die Bezüge der Beamtenschaft werden sowohl in Norwegen wie in Pommern von der übernehmenden Vertragspartei getragen, gerechnet ab dem ersten Tag des Vierteljahrs, an dem die Übernahme des jeweiligen Landes stattfinden wird.
Die zwei hohen Vertragsparteien bewahren den in Norwegen oder Pommern ansässigen Pensionären die Bezüge, die ihnen von ihrer ehemaligen Regierung gewährt worden waren, ohne irgendwelche Abzüge oder Neuberechnungen.

Artikel XIII

Schweden verspricht, sich für weitere Entschädigungen Dänemarks einzusetzen

Seine Majestät der König von Schweden möchte dazu beitragen, Seiner Majestät dem König von Dänemark Entschädigungen für die Abtretung des Königreichs von Norwegen zukommen zu lassen, soweit es von ihr abhängt. Seine Schwedische Majestät hat gerade mit der Abtretung Schwedisch-Pommerns und der Insel Rügen seinen guten Willen bewiesen und verpflichtet sich, seine Vermittlung und alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um Seiner Majestät dem König von Dänemark über den allgemeinen Frieden hinaus weitere akzeptable Entschädigungen für das Königreich Norwegen zu verschaffen.

Artikel XIV

Einstellung der Feindseligkeiten

Sofort nach der Unterzeichnung dieses Vertrags werden Benachrichtigungen unverzüglich und eilends an die jeweiligen Generäle und Armeen gesandt und die Feindseligkeiten von beiden Seiten vollständig eingestellt, zu Wasser und zu Lande. Sollte es in der Zwischenzeit doch noch zu Feindseligkeiten kommen, gelten sie als ungeschehen und haben keine Auswirkungen auf diesen Vertrag. Alles was in der Zwischenzeit besetzt worden sein könnte, wird von beiden Seiten verlässlich zurückgegeben.

Artikel XV

Beendigung von Beschlagnahmungen und Kontributionen;
Einsetzung von Kommissaren; Abzug schwedischer Truppen aus Schleswig-Holstein und Pommern; Übergabe von Festungen

Es besteht formal Einvernehmen zwischen den hohen Vertragsparteien, dass ab der Unterzeichnung des Vertrags alle Kontributionen, Geldzahlungen, Beschlagnahmungen oder Lieferungen, welcher Art auch immer, beendet werden, und dass jene, die vor diesem Zeitraum angeordnet wurden, nicht weiter gefordert werden. Es wurde ebenfalls beschlossen, dass alles Eigentum, das beschlagnahmt wurde in den Gebieten, die von der Nordarmee besetzt sind, an seine Eigentümer zurückzugeben ist. Ausgenommen davon sind Schiffe, die ursprünglich Untertanen Seiner Majestät des Königs von Schweden und seinen Alliierten gehörten und die nun in den Häfen von Schleswig und Holstein zurückgewonnen werden. Sie werden ihren obengenannten Besitzern überlassen, die darüber frei verfügen können.
Von beiden Seiten sind Kommissare einzusetzen, ausgestattet mit Vollmachten der zwei hohen Vertragsparteien, mit dem Auftrag, sofort nach Unterschrift dieses Vertrags für die Rückgabe und die Übernahme der Festungen und der Gebiete zu sorgen, die von beiden Seiten aufgrund der vorangegangenen Artikel Vier und Sieben abgetreten wurden, sowie für die Freigabe von Besitzungen Seiner Dänischen Majestät, die von der vereinigten Nordarmee besetzt wurden. Die Kommissare werden sich gütlich über diese Objekte einigen, die hier nicht alle genau aufgezählt werden können.
Gleichwohl setzen die hohen Vertragsparteien folgende unveränderliche Grundregeln über die Verwaltungsführung und den Auftrag der genannten Kommissare fest:
1. Das Herzogtum Schleswig, inklusive der Festung Friedrichsort, wird direkt nach der Unterzeichnung dieses Vertrags von den alliierten Truppen geräumt,
2. Die alliierten Truppen ziehen sich schrittweise aus dem Herzogtum Holstein zurück, mit Ausnahme der Truppenteile, die zum Blockadecorps vor Hamburg gehören, so dass das Herzogtum sofort nach dem Austausch der Vertragsratifizierungen von den alliierten Truppen geräumt sein wird und den Truppen Seiner Majestät des Königs von Dänemark zurückgegeben wird.
3. Die Festung Glückstadt wird geräumt und den Truppen Seiner Majestät des Königs von Dänemark übergeben, sobald die Vertragsratifikation des dänischen Königs mit der vorläufigen Ratifikation durch den schwedischen Kronprinzen ausgetauscht worden ist, während die Ratifikation Seiner Majestät des Königs von Schweden noch aussteht.
4. Aufgrund der wieder hergestellten Freundschaftsbeziehungen zwischen den zwei Mächten, werden die schwedischen Truppen, die im Herzogtum Holstein bis zur Räumung verbleiben, in dieser Zeit für ihren gesamten Bedarf bezahlen und werden zu diesem Zweck eine besondere Konvention mit den dänischen Stellen schließen. Dennoch wird die dänische Seite sich nicht verweigern, den Truppen jede Hilfe und Unterstützung zu leisten und sie nach ihrem Bedarf zu beliefern, wie diese andererseits keinerlei direkte Beschlagnahmung, welcher Art auch immer, bei der Bevölkerung durchführt.
5. Die schwedischen Truppen werden direkt nach der Unterzeichnung dieses Vertrags in Norwegen einmarschieren und die dort befindlichen Festungen besetzen. Seine Majestät der König von Dänemark verpflichtet sich, die dazu nötigen Anweisungen zu treffen, wie genauer im folgenden Artikel beschrieben.
6. Schwedisch-Pommern und die Insel Rügen werden von den schwedischen Truppen geräumt und an die Truppen Seiner Majestät des Königs von Dänemark übergeben, sobald die Festungen Frederikshald, Kongsvinger, Fredrikstad und Akershus in Norwegen von Schwedischen Truppen besetzt worden sind.

Artikel XVI

Proklamationen an die Bevölkerung und Anweisung an Behörden in abgetretenen Gebieten

Um die Ausführung des vorstehenden Artikels zu erleichtern, verpflichten sich Seine Majestät der König von Schweden und Seine Majestät der König von Dänemark gegenseitig, nach der Vertragsunterzeichnung Proklamationen an die Bewohner der von beiden Seiten abgetretenen Länder zu schicken, die sie von der Veränderung ihrer Lage in Kenntnis setzt, sie von ihren Treuegelöbnissen freispricht und sie dazu aufruft, ruhig die Truppen ihres neuen Souveräns zu erwarten, die in ihr Territorium vordringen werden. Die zwei hohen Vertragsparteien werden zur gleichen Zeit den jeweiligen militärischen und zivilen Behörden Anordnungen zugehen lassen über die Übergabe von Festungen, Arsenalen und anderen militärischen Einrichtungen, welcher Art auch immer, ebenso wie über die ausnahmslose Übergabe der Besitzungen der Krone, damit sich das abgetretene Land ruhig und vollständig unter die Herrschaft des neuen Souveräns begibt.
Die hohen Vertragsparteien werden umgehend ihre Generalgouverneure und andere nicht einheimische öffentliche Funktionsträger aus den abgetretenen Ländern abziehen, sofern diese sich nicht dazu entschließen, unter der neuen Herrschaft zu bleiben. Sie werden allgemein alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, die ihnen zur Verfügung stehen, um jede Verzögerung in der Ausführung und jeden Verstoß gegen Bestimmungen dieses Vertrags zu vermeiden.

Artikel XVII

Freilassung von Kriegsgefangenen

Kriegsgefangene werden ausnahmslos von beiden Seiten freigelassen, ohne Rücksicht auf ihre Anzahl. Sie werden in kürzester Frist gemeinsam an einen oder mehrere Orte an der beidseitigen Grenze transportiert. Die Regierung des Landes, in dem sie festgehalten worden waren, wird ihnen alle Annehmlichkeiten zukommen lassen, die eine Wiederherstellung guter Nachbarschaft mit sich bringt, und die Transportkosten bis zum Ort des Austauschs tragen. Die beiden Regierungen übernehmen die Abzahlung von Schulden, die die Kriegsgefangenen an ihren Haftorten eventuell aufgenommen haben. Abrechnungen darüber werden beidseitig im Zeitraum von zwei Monaten nach Unterzeichnung dieses Friedensvertrags ausgestellt, und werden baldmöglichst ausbezahlt.

Artikel XVIII

Aufhebung von Beschlagnahmungen und Embargos

Beschlagnahmungen, von denen Güter und Eigentum der jeweiligen Untertanen der zwei Souveräne betroffen waren, werden mit der Ratifizierung dieses Vertrags aufgehoben, ebenso wie das Embargo, das die Schiffe in den verschiedenen Häfen der zwei Länder mit der Kriegserklärung getroffen hat. Ansprüche der jeweiligen Untertanen, deren Verfolgung vor den Gerichten aufgrund des Bruches abgebrochen worden waren, können von demselben Augenblick an wieder ihren freien Lauf nehmen.

Artikel XIX

Verzicht Schwedens auf Rückerstattung gekaperter Schiffe oder Schiffsladungen

Seine Majestät der König von Schweden verzichtet zugunsten Seiner Majestät des Königs von Dänemark auf alle Ansprüche auf schwedische Schiffe oder schwedische Schiffsladungen, die seit dem Frieden von Jönköping und bis zum Ausbruch des jetzigen Kriegs durch dänische Kaperfahrer aufgebracht worden sind.

Artikel XX

Aufenthalt und Besitz von Staatsbürgern der Vertragsstaaten in abgetretenen Gebieten

Es steht den Norwegern, die sich derzeit in Dänemark aufhalten, und gleichfalls den Dänen, die sich in Norwegen aufhalten, ebenso völlig frei, in ihr Heimatland zurückzukehren, wie den Pommern, die sich in Schweden befinden, oder den Schweden in Pommern. Sie dürfen über ihre festen oder beweglichen Güter verfügen, ohne eine Abzugsgebühr oder irgendeine andere zu diesem Zweck eingeführte Steuer zu zahlen. Die Untertanen der hohen Vertragsparteien, die in einem der beiden Länder, nämlich Norwegen oder Dänemark, wohnen, haben während eines Zeitraums von sechs Jahren nach Vertragsratifizierung die Freiheit, sich in dem jeweils anderen Land niederzulassen und ihre Güter während dieses Zeitraums an jedweden Untertanen zu verkaufen oder abzugeben, dem sie ihr Eigentum überlassen möchten.
Ebenso dürfen die Untertanen der beiden Vertragsparteien, die in einem der zwei Länder Schweden oder Pommern mit der Insel Rügen ansässig sind, sich im jeweils anderen niederlassen, während des gleichen Zeitraums und zu den gleichen Bedingungen wie oben.
Die Güter derjenigen, die nach Ablauf dieser Frist nicht dieser Anordnung nachgekommen sind, werden durch die Justizbehörde öffentlich versteigert; die Erträge werden den Eigentümern übergeben.
Allen ist gestattet, während der oben festgesetzten sechs Jahre mit ihren Gütern zu tun, was sie wollen, sofern deren Nutzung ihnen formell zugesichert und garantiert ist.
Sie und ihre Beauftragten können frei von einem Staat in den anderen reisen, um ihre Angelegenheiten zu regeln, ohne dass dies Auswirkungen auf ihren Stand als Untertan Untertanenstand der einen oder der anderen Seite hätte.

Art. XXI

Übergabe von Urkunden, Archiven und Karten durch schwedische und dänische Behörden

Urkunden über die staatlichen Güter, Archive und andere öffentliche und private Dokumente, Pläne und Karten von Festungen, Städten und Ländern, die durch diesen Vertrag Seiner Majestät dem König von Schweden und Seiner Majestät dem König von Dänemark zufallen, darunter auch die Karten und Papiere der Vermessungsämter, werden ausnahmslos innerhalb von sechs Monaten durch die schwedischen oder dänischen Behörden übergeben, oder wenn sich dies als unmöglich erweist, spätestens innerhalb eines Jahres.

Artikel XXII

Abgeltung von Privatschulden

Die Schulden, öffentliche und private, die durch Pommern in Schweden und durch Schweden in Pommern, ebenso wie durch Norweger in Dänemark und Dänen in Norwegen aufgenommen worden sind, sind in vollem Umfang und zu den gesetzten Fristen abzuzahlen.

Artikel XXIII

Beibehaltung der Handelsbeziehungen, angestrebtes Handelsabkommen

Weil die aufgrund dieses Vertrags an die Königreiche Schweden oder Dänemark angegliederten Länder mit ihren vormaligen Mutterländern durch Handelsbeziehungen verbunden sind, die durch lange Tradition, Nachbarschaft und beidseitigen Bedarf fast unerlässlich geworden sind, kommen die hohen Vertragsparteien, die sehr darauf bedacht sind, ihren Untertanen diese Mittel beidseitigen Nutzens zu bewahren, darin überein, ein Handelsabkommen zwischen ihren beiden Ländern zu schließen. In der Zwischenzeit stimmen die hohen Vertragsparteien darin überein, für die Dauer eines Jahres vom Austausch der Vertragsratifikationen an, die jetzigen Handelsbeziehungen zwischen Norwegen und Dänemark einerseits und Pommern und Schweden andererseits aufrecht zu erhalten.

Artikel XXIV

Waffentransporte und Konvois der schwedischen Armee in Pommern, Abzug von Kriegsschiffen

Alle beweglichen Güter, welcher Art oder Bezeichnung auch immer, die der derzeit auf dem Kontinent stehenden schwedischen Armee gehören und die sich in Schwedisch Pommern oder auf der Insel Rügen befinden, können frei nach Schweden transportiert werden, ohne dass irgendeine Abzugsgebühr oder eine andere Gebühr verlangt oder erhoben wird. Die Artillerie und das Militärinventar der Festung Stralsund und der befestigten Plätze in Pommern und auf der Insel Rügen werden im jetzigen Zustand erhalten und Seiner Dänischen Majestät übergeben. Kriegsschiffe der schwedischen oder dänischen Marine oder Passagierschiffe können ungehindert aus Pommern oder Norwegen abgezogen werden, sobald das Wetter es zulässt. Die hohen Vertragsparteien sind ebenfalls darüber überein gekommen, dass während des derzeitigen Krieges bis zur Rückkehr der schwedischen Armee vom Kontinent nach Schweden, der Weg über Pommern und Rügen für Kuriere, Truppen, Konvois und Militärtransporte jeder Art immer offensteht. Seine Majestät der König von Schweden verpflichtet sich in diesem Falle, alle Kosten zu tragen, die diese Durchmärsche verursachen können.

Artikel XXV

Grenzposten in Norwegen

Der Artikel Sechs des Vertrags von Jönköping betreffend den Gang der Grenzposten tritt außer Kraft, weil nach der Abtretung Norwegens an Schweden keine beiderseitige Grenze mehr besteht.

Artikel XXVI

Arbeitsverhältnisse von Angestellten aus den Vertragsstaaten

Jeder Angestellte in Norwegen, sei er dänisch oder norwegisch, soll ohne Schwierigkeiten seine Entlassung erreichen, wenn er binnen Jahresfrist nach der Ratifikation dieses Vertrags darum ersucht.
Dieser Artikel gilt auch für in Dänemark beschäftigte Norweger; eine Bitte um Entlassung darf keinerlei Schikane oder Vorwurf nach sich ziehen.
Die Bestimmungen dieses Artikels werden ebenfalls auf Beschäftigte in Pommern angewandt, unabhängig davon, ob sie schwedisch oder pommersch sind.

Artikel XXVII

Gültigkeit älterer Friedensverträge

Die zwischen den Vorgängern Seiner schwedischen und dänischen Majestäten geschlossenen Friedensverträge – insbesondere der Friedensvertrag von Kopenhagen vom 27. Mai 1660, die Verträge von Stockholm vom 3. Juni und von Fredriksborg vom 3. Juli 1720 und der Vertrag von Jönköping von 10. Dezember 1809 – werden in Erinnerung gerufen und in allen Inhalten und Bestimmungen wieder in Kraft gesetzt, soweit diese nicht den Bestimmungen dieses aktuellen Vertrags widersprechen.

Artikel XXVIII

Ratifikation

Die Ratifikationen dieses Vertrags werden in Kopenhagen binnen vier Wochen nach dem Termin der Unterzeichnung ausgetauscht, wenn es sich machen lässt auch früher.
Zu Urkund dessen haben wir aufgrund unserer jeweiligen Vollmachten diesen Friedensvertrag unterzeichnet und darauf unser Wappensiegel aufgedrückt.
Geschehen in Kiel, den 14. Januar im Jahr des Herrn 1814
Gezeichnet:
G. Baron von Wetterstedt
Edmund Bourke

Zusatzartikel

Einstellung der Feindseligkeiten mit Russland und Preußen

Seine Majestät der König von Dänemark rechnet mit vollem Vertrauen auf die wohlwollende Vermittlung Seiner schwedischen Majestät und Seiner britischen Majestät, um baldmöglichst sämtliche Friedens- und Freundschaftsbande zwischen Seiner Majestät dem König von Dänemark und Ihren Majestäten dem Zar aller Reußen und dem König von Preußen wieder zu knüpfen, so wie sie vor dem Krieg bestanden. Daher stimmt sie der sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten gegen diese alliierten Mächte Schwedens und Großbritanniens zu. Sämtliche Beschlagnahmungen, die von der Unterzeichnung dieses Vertrags an gemacht werden, werden zurückerstattet. Seine Majestät der König von Dänemark verlässt sich auf eine verlässliche Erfüllung dieser Vereinbarung von beiden Seiten.
Dieser Zusatzartikel soll die gleiche Kraft und Geltung haben, als wäre er wörtlich in den heute unterzeichneten Vertrag aufgenommen; er wird zum gleichen Zeitpunkt ratifiziert.
Zur Bestätigung haben wir aufgrund unserer Vollmachten diesen Zusatzartikel unterzeichnet und unser Wappensiegel aufgedrückt. Geschehen in Kiel, den 14. Januar 1814.
gezeichnet
G. Baron von Wetterstedt
Edmund Bourke

Aus dem Französischen nach dem schwedisch-französischen Druck der königlichen Druckerei Stockholm 1814.
Fett gedruckte Zwischentitel sind nachträglich hinzugefügt.

Übersetzung: Dr. Johannes Rosenplänter, Stadtarchiv Kiel